Mitgliederversammlung der HERA 2016

 

Am 8.12.16 fand die diesjährige Mitgliederversammlung der HERA statt. Über 60 Landwirte waren bei der Sitzung in der „Schmiede“ Alsfeld anwesend. (Das Protokoll zur Versammlung hier.)

 

Der Vorsitzende Heinrich Fritz-Emmerich lies bei der Sitzungseröffnung das Anbaujahr Revue passieren. Durch den Dauerregen im Juni enttäuschten die Erträge und lagen mit 3,8 t/ha gerade noch im langjährigen Durchschnitt.“ Der Vorsitzende bedauerte sehr die Entscheidung von Cargill, die Ölmühle in Mainz zum 31.07.2016 zu schließen. HERA konnte lediglich noch 5.000 t Raps aus der neuen Ernte nach Mainz liefern. In normalen Jahren wären es über 10.000 t gewesen.

Anschließend wurde die aktuelle Marktsituation an den Weltagrarmärkten für Ölsaaten und die globale Pflanzenölbilanz von Ulrich Wenderoth beleuchtet.
Die Welt-Sojabilanz beläuft sich dieses Erntejahr (16/17) auf rund 122 Mio ha bei der Anbaufläche, die weltweite Produktion übersteigt den Verbrauch, sodass der Bestand weiter ausgebaut wird, auf aktuell circa 81 Mio t.

Die Ölsaatenpreise werden aktuell durch hohe Pflanzenölpreise getrieben. Mit der Ankündigung der US-Umweltbehörde, mehr Biodiesel in 2017-18 einsetzen zu wollen hat der Rapspreis die 400 €/t an der Börse durchbrochen. Für die nächste Ernte bleibt die Rapsbilanz in der EU voraussichtlich weiterhin eng, dem stehen aber eine Ausweitung der Ölsaatenflächen weltweit und sich wieder erholende Palmölerträge gegenüber. Sonnenblumen-Saat wird weltweit ausgebaut, im Vergleich zum Erntejahr 15/16 werden 16/17 gut 3 Mio. t mehr Sonnenblumen produziert, die Verbräuche wachsen parallel.

Schließlich wurde die schwierige Situation am Getreidemarkt erörtert.
(Genauere Informationen zur Marktlage finden Sie weiter unten in den Folien der Powerpoint-Präsentation)

 

Georg Dierschke fasste nun die Daten zur HERA- Rapsernte 2016 zusammen.

Die Raps-Pool-Fläche 2016 beläuft sich auf rund 7000 ha. Die Erntemengen 2016 schwanken in den unterschiedlichen Anbaugebieten stark. Der Schnitt der Erträge liegt bei 3,82 t/ha bei Ölgehalten von durchschnittlich 43,5%. Im Pool werden 2016 26.600 t Raps vermarktet, 6.900 t über Festpreiskontrakte. Insgesamt werden im Anbaujahr 2016 bis jetzt 33.400 t Raps vermarktet. Die Kalkulation des Poolpreises wurde den Mitgliedern transparent dargestellt, die Kosten und Erlöse detailliert aufgeschlüsselt und die Vermarktungsentscheidungen von Vorstand Geschäftsführung erläutert. Der Poolpreis wurde von den Mitgliedern einstimmig mit 380 €/t netto frei Mühle beschlossen. Dazu kommt noch die Mehrwertsteuer, die Qualitätsvergütung nach Ölmühlenbedingungen und Lagergeld bei Lieferungen ab Oktober. In der Übersicht der Auszahlungspreise je nach Vermarktungsstrategie zeigte sich, dass der Preis für Poolraps im oberen Schnitt liegt und somit eine sinnvolle Strategie darstellt. Die Auszahlung erfolgt noch vor Weihnachten.

Als neues Beiratsmitglied (Nachfolge Herwig Marloff) wurde Johannes Böhm aus Brensbach einstimmig gewählt.

 

Die Zusammenarbeit mit Cargill/Unilever endet in diesem Jahr, da durch die Schließung der Ölmühle in Mainz nur noch geringe Mengen Raps an Cargill (Werk Salzgitter) geliefert werden können. Es sollen weiterhin Blühstreifen und die Drop-Leg Blütenbehandlung gefördert werden.

Nach Vorstellung der Bilanz und des Haushaltsvoranschlages wurde noch auf die zukünftige Entwicklung im Pflanzenölbereich eingegangen. Die EU plant die Senkung der Beimisch-Quote der Biokraftstoffe der ersten Generation von aktuell 7% auf 3,8 % 2030. Es werden Ideen wie die Erzeugung von regionalen, nachhaltig erzeugten Rapsöl für Lebensmittel und Nawaro diskutiert.

 

Raps Pool 2017:
Das bundesweit einmalige Poolpreissystem steht auch für die Ernte 2017 wieder allen Interessenten offen. Nach zum Teil schlechten Rapsbeständen nach der Trockenheit im August-September steht für einige Flächen noch die Frage im Raum, ob die Flächen im Frühjahr noch stehen bleiben können.

Der Poolvertrag bietet die einmalige Chance, nur Fläche (ha) zu zeichnen und keine festen Mengen wie bei Festpreiskontrakten. Sie können nach Umbruch noch Flächen aus dem Vertrag nehmen und sowieso nur die Erntemenge abliefern, die auch gewachsen ist. Außerdem können Sie bei attraktiven Preisen auch Teilmengen aus dem Poolvertrag bis zum 15.05.17 fest preisen.